Der Vater, der vom Himmel fiel von J. Paul Henderson

Erzähl´ mir eine Geschichte …. J. Paul Henderson macht genau das, er erzählt wieder eine wunderbare Geschichte. Dabei fängt es gar nicht so wunderbar an. Die Brüder Billy und Greg Bowman treffen sich nach Jahren wieder, bei der Beerdigung ihres Vaters. Seit sieben Jahren haben sie nicht mehr miteinander gesprochen, warum weiß keiner mehr ganz genau.

 

Billy ist immer im Heimatort der Familie geblieben, Greg ist nach seiner wilden Jugendzeit nach Amerika gegangen, um dort an der Universität zu lehren. Unterschiedlicher könnten sie kaum sein, aber natürlich verbindet die beiden weitaus mehr, als es im ersten Augenblick den Anschein hat.

 

Nach der Beerdigungsfeier, die ganz nach Henderson-Manier nicht wirklich traurig ausgestaltet ist, bleibt Greg noch ein paar Tage im Haus des Vaters – seinem alten Elternhaus – wohnen. Und dort passiert es.... sein Vater erscheint ihm. Für ihn ist noch kein Platz im Himmel, er hat ein paar Tage Aufschub bekommen, um Dinge zu Ende zu bringen, die noch nicht ganz geklärt waren. Und dazu braucht er Greg.

 

Da ist zum Einen Gregs Onkel Frank, der irgendetwas im Schilde führt. Und auch Billy verheimlicht etwas. Greg muss mit Fingerspitzengefühl die Familie zusammenhalten, für die Familiensinn eine schweigsame Mahlzeit an einem Tisch bedeutet und eine Umarmung eine peinliche Handlung ist.

 

Eine kleine Warnung noch, dieses Buch hat Suchtcharakter. Wieder einmal konnte ich es nicht aus der Hand legen. „Nur noch bis zum nächsten Absatz“ bedeutete schnell mal 10-12 Seiten weiter zu lesen. J. Paul Henderson schreibt mit Leichtigkeit über gar nicht so leichte Dinge des Lebens. Gerne hätte dieses Buch 500 Seiten haben dürfen oder 800 oder viel, viel mehr.

Henderson, J Paul
Diogenes Verlag AG
ISBN/EAN: 9783257069877
20,00 €
Kategorie:
Roman